Anhaltende Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Schmerzen oder Herzrasen: Manche Menschen fühlen sich nach einer Corona-Infektion über Monate hinweg nicht mehr wie zuvor. Selbst nach einem milden Infektionsverlauf können Beschwerden entstehen, die Alltag und Berufsleben erheblich beeinträchtigen.
Als Long COVID werden Beschwerden bezeichnet, die länger als vier Wochen nach der Infektion bestehen. Halten sie länger als zwölf Wochen an und lassen sich nicht anderweitig erklären, spricht man vom Post-COVID-Syndrom.
Ähnliche anhaltende Beschwerden werden auch nach einer COVID-19-Impfung berichtet und häufig unter dem Begriff Post-Vac-Syndrom zusammengefasst. Dieser Begriff ist bislang nicht einheitlich definiert. Ein zeitlicher Zusammenhang allein beweist noch keine Ursache – die Beschwerden verdienen dennoch eine sorgfältige Abklärung. [1, 2]
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein und mehrere Bereiche des Körpers gleichzeitig betreffen. Dazu gehören:
Erschöpfung und verminderte Belastbarkeit: Selbst kleine Aufgaben kosten ungewöhnlich viel Kraft.
Konzentrations- und Gedächtnisprobleme: Betroffene beschreiben häufig einen „Nebel im Kopf“, auch als Brain Fog bezeichnet.
Psychische Veränderungen: etwa depressive Verstimmungen, Ängste, innere Unruhe, erhöhte Reizbarkeit oder eine geringere emotionale Belastbarkeit. Sie können zum Beschwerdebild gehören und durch die anhaltenden gesundheitlichen Einschränkungen zusätzlich verstärkt werden. [2]
Atemnot, Herzklopfen und Kreislaufprobleme: etwa Schwindel oder Herzrasen beim Aufstehen.
Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, teilweise auch Kribbeln oder Brennen.
Schlafstörungen und das Gefühl, trotz Schlaf nicht erholt zu sein.
Verdauungsbeschwerden, beispielsweise Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall. Fettige Stühle, ungewollter Gewichtsverlust oder Nährstoffmängel können Anlass geben, auch die Bauchspeicheldrüsenfunktion zu untersuchen.
Veränderungen der Blutzuckerregulation, die ebenfalls eine Abklärung erfordern. [2, 4]
Mögliche Hinweise auf hormonelle Dysbalancen: etwa Zyklusveränderungen, veränderte Blutungsmuster, Hitzewallungen oder eine veränderte Libido. Diese Beschwerden können verschiedene Ursachen haben und sollten individuell eingeordnet werden. [6, 7]
Veränderungen des Geruchs- und Geschmackssinns.
Besonders bedeutsam ist eine verzögerte Verschlechterung nach Belastung: Körperliche oder geistige Anstrengung kann erst Stunden später oder am folgenden Tag eine deutliche Zunahme der Beschwerden auslösen. Diese sogenannte postexertionelle Malaise, kurz PEM, unterscheidet sich von gewöhnlicher Müdigkeit. Bei diesem Muster müssen Aktivitäten an die individuelle Belastungsgrenze angepasst werden. [2]
In meinem funktionellen Ansatz verwende ich ergänzend den Begriff Spikopathie. Er lenkt den Blick auf eine mögliche Beteiligung des Spike-Proteins an den Beschwerden. Dieses Eiweiß sitzt auf der Oberfläche des Coronavirus und ermöglicht ihm den Eintritt in Körperzellen. Bei bestimmten COVID-19-Impfstoffen bildet der Körper ebenfalls Spike-Protein.
Die Begriffe Long COVID und Post Vac beschreiben vor allem, wann Beschwerden auftreten. „Spikopathie“ richtet den Blick dagegen auf einen möglichen biologischen Mechanismus. Forschungsergebnisse zeigen, dass Spike-Protein nach einer Infektion in bestimmten Geweben länger nachweisbar sein kann und möglicherweise zu entzündlichen Veränderungen beiträgt. [3]
Als ergänzendes Denkmodell kann der Begriff deshalb hilfreich sein. Er ist jedoch keine allgemein anerkannte Diagnose und ersetzt die Begriffe Long COVID und Post Vac nicht.
Untersucht werden verschiedene, möglicherweise miteinander verbundene Störungen:
Immunsystem und Entzündung: Die körpereigene Abwehr kann nach einer Infektion verändert bleiben. Bei einem Teil der Betroffenen werden auch fehlgeleitete Immunreaktionen untersucht, bei denen sich die Abwehr gegen körpereigene Strukturen richtet. [2]
Blutgefäße und Durchblutung: Veränderungen an der inneren Auskleidung der Gefäße und in den kleinsten Blutgefäßen können die Versorgung von Geweben beeinträchtigen. Auch Veränderungen der Blutgerinnung werden als mögliche Mitursache erforscht. [2]
Nervensystem und Körperregulation: Die automatische Steuerung von Puls, Blutdruck und Verdauung kann gestört sein. Das kann beispielsweise Herzrasen beim Aufstehen, Schwindel oder Verdauungsprobleme erklären. [2]
Organe und Gewebe: Bei einem Teil der Betroffenen bestehen nach COVID-19 nachweisbare Beeinträchtigungen, etwa an Lunge, Herz oder Nervensystem. Andere leiden unter erheblichen Funktionsstörungen, obwohl übliche Untersuchungen keine eindeutige Organschädigung zeigen. [2]
Bauchspeicheldrüse und Verdauung: Auch mögliche Einschränkungen der Bauchspeicheldrüsenfunktion können bei der Abklärung eine Rolle spielen. Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Verdauungsenzyme, werden Nahrungsbestandteile schlechter aufgespalten. Hinweise können Blähungen, fettige Stühle, Gewichtsverlust oder Nährstoffmängel sein. Auch die Blutzuckerregulation kann beeinträchtigt sein. Solche Befunde müssen individuell untersucht werden und lassen sich nicht allein anhand der Beschwerden einer Spikopathie zuordnen. [4, 5, 8]
Hormone und Stoffwechsel: Hormonelle Dysbalancen können sich beispielsweise durch Zyklusveränderungen, Schlafprobleme, veränderte Belastbarkeit oder Beschwerden der Schilddrüse bemerkbar machen. Infektion, Entzündung und anhaltende körperliche Belastung können das Zusammenspiel hormoneller Regelkreise beeinflussen. Deshalb beziehe ich bei entsprechenden Symptomen auch die hormonelle Situation in die individuelle Abklärung ein. [6, 7]
Diese möglichen Schad- und Funktionsbilder treten nicht bei jedem Menschen auf. Sie sind auch nicht automatisch ein Nachweis für eine Schädigung durch Spike-Protein. Entscheidend ist, welche Zusammenhänge sich im individuellen Fall nachvollziehen lassen.
Ich habe meine Ausbildung zu diesem Themenbereich bei Florian Schilling absolviert. In meiner Arbeit betrachte ich Beschwerden im Zusammenhang mit Immunsystem, Stoffwechsel, Darmgesundheit, Nährstoffversorgung und körperlicher Belastbarkeit.
Am Anfang stehen eine ausführliche Anamnese und die Sichtung vorhandener Befunde. Darauf aufbauend entwickle ich eine individuelle naturheilkundliche Begleitung, abgestimmt auf Ihre Beschwerden, Ihre Verträglichkeit und Ihre Belastungsgrenzen. Gegebenenfalls kann auch parallel zu einer ärztlichen Behandlung gearbeitet werden.
Die Feststellung und Behandlung einer akuten COVID-19-Infektion unterliegen gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) dem Arztvorbehalt. [9]
Mein Anliegen ist, Ihre Beschwerden ernst zu nehmen, mögliche Zusammenhänge verständlich zu erklären und gemeinsam realistische Schritte für Ihren Alltag zu entwickeln.
Die Nummern im Text verweisen auf die nachfolgenden Quellen. Internetquellen abgerufen am 7. Oktober 2026.
[1] Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW. Informationen zu Long- und Post-COVID, dem Post-Vac-Syndrom und ME/CFS.
https://www.mags.nrw/allgemeine-informationen-zu-den-krankheitsbildern
Begriffsdefinitionen und Einordnung der Krankheitsbilder
[2] World Health Organization (2025). Post COVID-19 condition (long COVID). 26. Februar 2025.
https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/post-covid-19-condition-(long-covid)
Symptome einschließlich Depression und Angst, Belastungsverschlechterung, autonome Störungen und mögliche Organbeteiligung.
[3] Persistence of spike protein at the skull-meninges-brain axis may contribute to the neurological sequelae of COVID-19. Cell Host & Microbe (2024), 32: 2112–2130.e10. DOI: 10.1016/j.chom.2024.11.007.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39615487/
Originalarbeit mit Untersuchungen an menschlichem Gewebe und Tiermodellen. Befunde zur Spike-Persistenz nach Infektion belegen keine gemeinsame Ursache sämtlicher Long-COVID- und Post-Vac-Beschwerden.
[4] SARS-CoV-2 infects and replicates in cells of the human endocrine and exocrine pancreas. Nature Metabolism (2021), 3: 149–165. DOI: 10.1038/s42255-021-00347-1.
https://www.nature.com/articles/s42255-021-00347-1
Experimentelle Untersuchungen und Gewebebefunde zur Beteiligung der Bauchspeicheldrüse; kein Nachweis einer generellen Pankreasinsuffizienz bei Long COVID.
[5] Diarrhea due to SARS-CoV-2-Related Exocrine Pancreatic Insufficiency. Case Reports in Gastrointestinal Medicine (2021), 2021: 9920981. DOI: 10.1155/2021/9920981.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34094606/
Fallserie mit drei Erkrankten. Liefert Hinweise, erlaubt aber keine Aussage zur Häufigkeit oder eine Übertragung auf Post Vac.
[6] Long-term effects of COVID-19 on the endocrine system – a pilot case-control study (2023).
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37790604/
Pilotstudie zu möglichen längerfristigen Veränderungen hormoneller Parameter; keine Erklärung jeder hormonellen Beschwerde.
[7] The potential bidirectional relationship between long COVID and menstruation (2025).
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12441152/
Originalarbeit zu Menstruationsveränderungen und dem Zusammenhang zwischen Zyklus und Long-COVID-Beschwerden belegt nicht sämtliche im Text genannten möglichen hormonellen Symptome.
[8] SARS-CoV-2 infection is associated with an increased risk of idiopathic acute pancreatitis but not pancreatic exocrine insufficiency or diabetes: long-term results of the COVIDPAN study. Gut (2022). DOI: 10.1136/gutjnl-2021-326218.
https://doi.org/10.1136/gutjnl-2021-326218
Ergänzende Kohortendaten: In dieser untersuchten Gruppe zeigte sich kein erhöhtes Risiko einer exokrinen Pankreasinsuffizienz oder eines Diabetes.
[9] Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 24 in Verbindung mit §§ 6 und 7. Gesetze im Internet.
https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__24.html
Rechtsgrundlage des Arztvorbehalts. § 24 enthält Ausnahmen für bestimmte patientennahe Schnelltests, darunter SARS-CoV-2.
Ich doziere auch an der
Heilpraktikerschule Ellinghaus
Als zusätzlichen Service biete ich, wenn Sie es wünschen in Meckenheim, im Raum Köln, Leverkusen, Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und Bergisch Gladbach, Hausbesuche an.
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